IDEE

augen:falter auf der Pfaueninsel

Treffen im Sommer 2019 in der Spinnerei in Leipzig

Der 200. Geburtstag des Schriftstellers Theodor Fontane und eine Einladung der Galerie Sonnensegel in Brandenburg lenkten im Jahr 2019 die Aufmerksamkeit der acht Grafikerinnen auf die durch Geschichte und Geschichten geprägte brandenburgische Landschaft. In Preußens Arkadien entdeckten sie die inmitten der Havel im Südwesten Berlins gelegene Pfaueninsel. Fontanes »Wanderungen durch die Mark Brandenburg« und Thomas Hettches Roman »Pfaueninsel« begleiteten die ersten, gedanklichen, Inselspaziergänge der Künstlerinnen. Aus den ganz unterschiedlichen Erfahrungen der danach unternommenen Erkundungsreisen entstand die Idee eines großformatigen Leporellos mit zweifarbigen Holzschnitten.

Jede Künstlerin wählte den Ort, der sie besonders beeindruckt hatte. In dem beinahe fünf Meter langen Leporello erscheinen nun Schloss, Palmenhaus, Meierei, Laboratorium, Voliere, Beelitzer Jagdschirm, Fontäne und Gärtnerei unmittelbar nebeneinander. Darunter sind Gebäude, an die heute nur noch auf Schautafeln erinnert wird. Allen Grafiken liegt im Entwurf ein kaleidoskopartiges Raster zugrunde, das inspiriert ist vom Facettenreichtum der Pfaueninsel und ihrer Geschichte.
Der einleitende Text im Leporello geht auf die Parkordnung der Stiftung Preussische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg zurück. Das Nicht-Erlaubte regte dazu an, Erlaubtes zu formulieren.